Glücksburg (ftb) – „Der König ist tot, es lebe der König! In diesem Sinne rief der Chef der Garde Heiko Egehave am letzten Wochenende das neue Königshaus der Glücksburgischen Friedrichsgarde aus.

Foto: vorne: Klaus Eisenkolb, Elke Frychel, Lennard Blad, hinten: Heiko Egehave, Prinzessin Elisabeth zu Ysenburg und Büdingen

Klaus Eisenkolb ist der neue König, Elke Frychel die neue Königin und Lennard Blad der frisch gekürte Jugendkönig. Viele Mitglieder der Glücksburgischen Friedrichsgarde waren zum Schützenball ins Opatija in Glücksburg gekommen, um alle glücklichen Gewinner, auch die des Hauptschießens, zu feiern.

Das neue Königshaus ist aus einem Wettkampf hervorgegangen, dem Königsschießen. „Der Glücklichste gewinnt“, erklärt Heiko Egehave, „nicht unbedingt der beste Schütze“. Beim Königsschießen wird aus 10 Meter Entfernung auf eine verdeckte Scheibe geschossen. Der Schütze sieht sein Ziel, den Mittelpunkt der Zielscheibe, nicht. Zudem muss der Schütze die physikalischen Kräfte der Flugbahn berücksichtigen. Ein schwieriges Unterfangen zu dessen Erfolg eine Portion Glück gehört. Das neu gekürte Königshaus hatte es auf seiner Seite. Glückwunsch!

Seit über 200 Jahren werden die Traditionen der Glücksburgischen Friedrichsgarde aufrechterhalten. Die Gründung der Glücksburgischen Friedrichsgarde im Jahre 1801 liegt in einer Zeit, in der Großbritannien nach der Seeherrschaft strebte. Reibungen mit Dänemark waren die Folge. Flensburg vermutete, dass Englands Flotte unter Admiral Lord Nelson Kurs auf Dänemark machte und befürchtete einen Angriff auf die Herzogtümer Schleswig-Holsteins. Deshalb wurde eiligst ein Corps von freiwilligen Glücksburger Bürgern zur Verteidigung des Herzogtums und der Halbinsel Holnis zusammengestellt. Es bestand aus allen wehrfähigen Männern, insgesamt 86 Personen.
Zu einem Zusammenstoß kam es nicht.

1803 kam der Wunsch auf, die Schützengilde in ein „bürgerliches Paradecorps mit Uniform“ umzuwandeln. Der dänische König stimmte dem zu. So führte das Corps den Namen „Glücksburgische Friedrichsgarde“, angelehnt an den Namen des damaligen dänischen Kronprinzen. Von diesem Beginn an übt die Glücksburgische Friedrichsgarde den Schießsport aus und pflegt die Tradition des Schützenwesens. Sie ist dem herzoglichen Haus eng verbunden und begleitet Festlichkeiten ebenso wie Trauerfälle.